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Im nördlichen Teil der
Kirchengemeinden findet man an vier verschiedenen Stellen am Wegesrand
Steine mit der eingemeißelten Zahl "1869". Diese Denkmäler
errichtete man als Erinnerung an die Nothilfemaßnahmen, die in der Zeit der
schweren Hungersnöte zum Bau von Straßen führten. Die Hungersnöte waren
eine Folge der Missernte die Älmeboda wie auch andere Teile des
Landes in den Jahren 1868-1869 heimsuchte.
Ursache war vor allen Dingen die große Sommerdürre von 1868, ebenso
wie der vorrangegangene, ungünstige Winter. Die Herbstaussaat war nicht
aufgegangen, sodaß viele gezwungen waren im Frühjahr wieder neu auszusäen.
Im Älmebodabuch von 1969 findet man einige Zitate von Personen die noch
eigene Erinnerungen an diese Zeit hatten:
Ida Carlson von Herråkra:
"Ich kann mich wohl erinnern an den Frühling -68 als die Blätter
an den großen Ahornbäumen die erst halb aufgesprungen waren vertrockneten
und die braunen und kahlen Bäume dort standen als wäre ein Feuer über
sie hinweg gebraust. Auch das Gras in den Gärten war vollkommen braun. Es
gab nicht einen einzigen grünen Halm. Vater setzte sieben Tonnen Kartoffeln
und erntete nur fünf Tonnen, Kartoffeln so groß wie Nüsse."
C.A. Elmstrand von Rävemåla:
"Wir haben das Korn per Hand gepflückt, denn es ging überhaupt
nicht zu mähen. Es war ca. 10-15 cm lang und es waren nur ein paar Körner
in der Ähre. Und so schlachtete man das Vieh, soweit man konnte und im
Winter gab man dem Vieh die Halme vom Dach zu fressen.
Am schwersten war es allerdings für die Menschen die in den Katen wohnten,
den sie hatten nur selten Geld um etwas dafür zu kaufen. Es ist bezeugt,
das man "Brot mit Baumrinde mischte" . Man mahlte
Erikaknospen, Haselnußbaumkätzchen und trocknete die Innenseiten
der Fichtenrinde.
Der Gemeindekirchenrat wurde sehr zeitig aktiv. Schon im Frühjahr 1868
wurde auf Rechnung der Gemeinde Getreide eingekauft um es den weniger
Bemittelten zukommen zu lassen. Den ganzen Sommer und Herbst über war die
Gemeinde aktiv beschäftigt Roggen und Korn einzukaufen. Von der
Kreisverwaltung bekam man das Angebot Geld zu leihen, eine Möglichkeit die
man mit Dankbarkeit annahm. Man sprach aber auch davon, das der Mangel an
Geld den Einkauf von Saat aus anderen Orten unmöglich machte, von Bauern
die gezwungen waren ihre Bedienstesten zu entlassen, die sich zum Schluß
den Scharen von umherziehenden und bettelnden Menschen anschlossen, was zu
einem ständig steigenden Strom von Emigranten führte. Auch das waren
Gründe die zum Beschluss der Gemeinde führten, Nothilfsmaßnahmen, u.a.
Straßenarbeiten, in Gang zu setzten. Die oben erwähnten vier Gedenksteine
sollen daran erinnern.
Quelle: A. Neander, Älmebodaboken 1969 och Wulfila
Enkler
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